Autor: Hubert Wolf
Verlag: Beck
von: Blogg dein Buch
Seiten: 544
Preis: 24,95 EUR
C.H.Beck: bestellen
Art: Einzelband

 

Die Akten dieses Inquisitionsprozesses sollten für alle Ewigkeit in den Archiven des Vatikans verschwinden. Um ganz sicher zu gehen, legte man sie an der falschen Stelle ab, ohne zu ahnen, dass sie gerade dadurch über hundert Jahre später der Forschung zugänglich werden – und Hubert Wolf sie aufspürt. Rom, im Juli 1859: Eine Nonne ruft um Hilfe, man will sie vergiften, doch sie kann fliehen. Es kommt zu einem Prozess, in dem die Inquisition Unglaubliches aufdeckt: Im Kloster Sant Ambrogio werden seit Jahrzehnten Nonnen als Heilige verehrt. Visionen, Dämonenaustreibungen, Segnungen per Zungenkuss, lesbische Initiationsriten und Wunder sind an der Tagesordnung. Zweiflerinnen werden beseitigt. Und hinter alledem steht ein Netzwerk von Jesuiten mit besten Kontakten zum Papst. Bis heute besitzt der Fall Sant Ambrogio eine gewaltige Sprengkraft: Einer der Beichtväter, der unter falschem Namen bei den Nonnen übernachtete, entpuppt sich als vatikanischer Spitzentheologe und enger Vertrauter des Papstes, der das Unfehlbarkeitsdogma maßgeblich mitformulierte. Die wahre Geschichte von Sant Ambrogio ist damit auch ein Kapitel aus der wahren Geschichte des modernen Katholizismus.

 

Empfehlung

Bücher mit einem wahren Hintergrund sind Solche, die meine angeborene Neugierde fesseln und mich nicht eher zufrieden lassen bis ich so gut es geht bescheid weiß.

Das die Geschichte um dieses Kloster namens Sant´Ambrogio so viele Geheimnisse offenbaren würde war selbst mir nicht ganz klar. Es ist eine Geschichte die, so hoffe ich, auch euch neugierig machen wird.

Vielen Dank an Herrn Wolf der sich die Arbeit und Mühe gemacht hat, die Informationen allen zugänglich zu machen. Auf eine Art, die wir verstehen können ohne uns mit den tiefen kirchlichen Vorgängen und Ausdrücken aus zu kennen.

Fazit

[Vorsicht Spoiler!] Die Geschichte um Sant´Ambrogio ist Eine, die mich tief mitgenommen hat, ihr Ausgang hat mich jedoch nicht sonderlich überrascht, leider.

Hubert Wolf legt hier Stück für Stück offen was man Jahrhunderte lang versuchte zu vergessen und zu verstecken, er gibt Inhalte der Prozessakten wieder und gibt Denkanstöße wenn Handlungen der damals beteiligten sich widersprechen. Widersprechen oder sich schon durch diese Verhaltensweise heraus lesen lässt das sich dahinter weit mehr verbirgt.

Genannt ist Katharina Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen die durch ihre Anklage nach Verlassen des Klosters Sant´Ambrogios nicht nur vertuschte Morde an Mitschwestern und ihrer eigenen geplanten Vergiftung offen legte. Bei dem nachfolgend 2 1/2 Jahre andauernden Prozess und Verhör der Schwestern und Beichtväter sind auch Sexualdelikte und die Verehrung einer falschen Heiligen Maria Agnese Firrao´s ans Licht geraten.

Wir lernen im laufe der Briefe und Akten viele Schwestern und auch die Beichtväter kennen, zur Zeit Pius des IX und welche Vorwürfe erhoben wurden, wie ihnen nachgegangen wurde. Letztendlich wurde zwar durch den Dominikaner Sallua ausreichend recherchiert und verhört aber dieser hatte nicht das letzte Wort. Konnte ein Strafmaß vorschlagen aber nicht absegnen.

In meinen Augen, so wie das Ganze beschrieben ist, finde ich es erschreckend was hinter Klostermauern geschehen kann. Das selbst wenn dies den „richtigen“ Leuten zu getragen wird, das Strafmaß aus augenscheinlicher Sympathie so gemildert wird das einem flau im Magen wird.

Die Fürstin Katharina hatte großes Glück durch ihren Cousin Erzbischof Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingfürst errettet worden zu sein. Denn dieser lies seine Beziehungen spielen um sie am Folgetag des Erfahrens aus dem Kloster holen zu können.

Am Anfang des Buches konzentriert sich dieses sehr auf die Vorstellung der bezogenen Personen die an dem ganzen Teil hatten. Viele geschichtliche Daten und auch Erklärungen ziehen sich ebenfalls durch das Buch. Herr Wolf erläutert wichtige Begriffe und auch Lebensweisen die in der damaligen Zeit gelebt wurden.

Um so mehr ich las, um so Neugieriger wurde ich auf das Urteil das Pius der IX letztendlich absegnen würde. Wie oben schon angedeutet waren die Strafen mehr als gering, doch dadurch das nichts an die Öffentlichkeit geraten sollte kam man, denke ich letztendlich, auch damit durch. Zwei Beteiligte, wichtige Berater des Papstes bekamen nicht mal das, sie durften ihre Ämter genau so weiter ausüben. Die gegebenen Strafen wurden durch Pius IX noch mal gemildert und verkürzt.

Dieses Buch hat mir einen sehr interessanten Einblick in die Geschichte des Klosters Sant´Ambrogios gewährt. Auch wenn das Buch sicherlich keine leichte Kost ist, so hoffe ich das es viele Menschen ebenfalls neugierig macht und sie die Augen dafür öffnen können. Denn keinesfalls sollten solche Geschichten vergessen werden.

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