Dunkles Universum – Sonnenfeuer von Ann Aguirre

 

 

Autor: Ann Aguirre

Verlag: blanvalet
Seiten: 416
ISBN: 978-3-4422-6802-3
Preis: 8,99 EUR
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Art: Reihe Band 01

 

Sirantha Jax ist eine begnadete Navigatorin, die in der Lage ist, Raumschiffe durch den gefährlichen Grimspace zu steuern und dabei unvorstellbare Entfernungen zurück zu legen. Doch nun soll sie für eine Tat bestraft werden, an die sie sich nicht einmal erinnert. Plötzlich taucht der geheimnisvolle Marsch in ihrer Zelle auf. Er will Jax zur Flucht verhelfen – wenn sie die Rebellen in ihrem Kampf gegen das Regierungssystem unterstützt. Doch Marsch scheint auch noch ein andere Motiv zu haben, der schönen Jax die Freiheit zu schenken…

 

Dies ist ein Roman für ungeschminkte Gesichter, eine offene Schreibweise die einem im wahrsten Sinne des Wortes ab und zu den Mund offen stehen lässt. Doch das ist eines der herrlichen Merkmale dieses Romanes.

Jax ist eine Springerin die mit ihrem Piloten eine tiefe Bindung eingehen muss, im geistigen Sinne, ein Vertrauen vorausgesetzt wird das nur wenige kennen lernen dürfen. Denn Jax besitzt das seltene S-Gen das ihr erlaubt ein Raumschiff viel schneller zu bewegen als alle Anderen. Doch viele weitere Geheimnisse umgeben diese Frau und so kommt der Leser diesen Stück für Stück auf die Schliche.

Ein Roman der es Faust dick hinter den Ohren hat spannend und voller Energie, ich kann euch nur darin bestärken euch davon mit reißen zu lassen.

[Vorsicht Spoiler!] Sirantha Jax, S-Gen Trägerin wird eines Unfalls bezichtigt dessen Hergang ihr verborgen bleibt. Sie kann sich nicht mehr erinnern wie das Raumschiff abgestürzt ist, was geschehen ist und wer dafür verantwortlich zu sein scheint. Der Konzern jedoch scheint nur zu gut zu wissen wem sie den ganzen Schlamassel in die Schuhe schieben wollen, nämlich genau dieser S-Gen Trägerin namens Sirantha Jax.

Sie trägt nicht nur das seltene S-Gen sondern ist soweit bekannt die Einzige die nach unzähligen Sprüngen durch den Grimspace (man könnte es mit nem U-Bahnschacht vergleichen, man kommt einfach schneller von A nach B ^^) noch nicht ausgebrannt oder gestorben ist. In der Regel können Menschen mit dem S-Gen (hierbei scheint es sich nur um Frauen zu handeln) nur wenige Sprünge machen und sich entweder frühzeitig zurück ziehen oder ihren letzten Sprung antreten.

Hilfe taucht in Form von Marsch auf, ein Rebell, stark, ebenfalls vom Schicksal und Handlungen gezeichnet und holt sie aus den Fängen des Konzern. Doch Jax soll sich diesen Rebellen anschließen, helfen eine kleine Akademie von abtrünnigen Springern verschiedener Lebensformen aus dem Boden zu stampfen und diese dann auszubilden. Man möchte diese mit Genen von Außerirdischen kreuzen um zu verhindern das sie frühzeitig ihr Leben durch das Springen verlieren.

Doch der Weg ist in Schweiß und Blut getränkt und auch wenn Jax hart im nehmen ist, oder dies zumindest so haben möchte ist es schwer für sie die Menschen sterben zu sehen, Menschen die für SIE sterben. Die neue Crew der sie nun inne wohnt besteht aus Saul dem Mediziner und Wissenschaftler, Dina die für alle Reparaturen am Schiff zuständig ist sowie Loras, nicht menschlich mit einigen beeindruckenden Fähigkeiten aber auch ein seltsamer Zeitgenosse.

Sie brechen nach Lachion auf, dort, auf einem verlassenen Planeten soll diese Akademie aufgebaut werden, doch dieser Planet ist alles andere als friedlich. Nicht nur in Form anderer kleiner Stämme die sich dort gebildet haben und um die Herrschaft ringen sondern auch in Form von gefährlichen Außerirdischen Tera, sie können fliegen sich tarnen und sind äußerst Blutdürstig und auch hier fordert die Mission weitere Opfer. Hier fühlte ich mich ein wenig an Riddick erinnert, da mir dieser jedoch auch sehr gefallen hat fühlte ich mich in dieser Situation sehr wohl.

Wir erfahren im laufe des Buches mehr über jedes einzelne Crew Mitglied und deren Geschichte, bekommen von jedem Seelenleben etwas mit. Demnach hat hier die Autorin sehr viel Geschick bewiesen, die gesamte Geschichte, die Schreibweise mit den unverblümten Ausdrücken. Alles passt hervorragend zusammen und ist in sich sehr stimmig gehalten. Manchmal hatte ich die Befürchtung „oha nun wird es doch zu viel oder?“ aber nein, da brauchte ich mir bis zu letzt keine Sorgen machen.

Man kommt hier in jeglicher Hinsicht auf seine Kosten, vor allem die ständigen Sticheleien und Streitereien zwischen den Charakteren kann man sich herrlich bildlich vorstellen und auch die Kampfszenen sind sehr gut gelungen.

Es gibt auch viele traurige Momente, Situationen zum nachdenken oder auch ekeliger Entzückung ^^ Auf einem der Planeten stoßen sie auf ein Volk das sich in den Boden eingegangen hat um dort zu schlafen, als sie selbst dort mit Marsch übernachten will graben sie aus versehen ein kleines Mareq Baby aus und müssen es mit nehmen. Es war wirklich sehr niedlich wie Marsch und Jax plötzlich „Eltern“ wieder Willen werden, köstlich.

Doch wie es sich für richtige Eltern gehört, denn das Mareq Baby wird sterben wenn sie es nicht zu einem Spezialisten bringen (und nur wenige kennen sich damit aus), müssen sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Sie müssen in Hon Durrens Reich eindringen, dort lebt Canton Farr, der einzige Wissenschaftler der die Mareq studierte und ihnen wichtige Informationen geben kann. Doch der Aufenthalt läuft nicht wie von Jax gedacht, denn Hon und Marsch verbindet eine gemeinsame Vergangenheit die Hon nicht so schnell vergessen hat.

Als die letzte Mission weitere Leben kostet, auch das des kleinen Mareq Babys und Marsch schwer verletzt wird will Jax raus aus der Sache raus, einfach ihr eigenes Ding machen. Doch Saul immer wieder Doc genannt lässt dies nicht zu und überlistet sie sich wieder der Crew an zu schließen. Denn er hat heraus gefunden warum Jax schon so lange springen kann und dies wohl auch ihr Leben lang tun wird ohne aus zu brennen, doch um heraus zu finden warum sie ein weiteres seltenes eigentlich nicht in Kombination befindliches Gen zum S-Gen in sich trägt, müssen sie auf eine weitere Mission gehen.

Sie müssen auf Jax Heimatplaneten Terra Nova, doch der Konzern hat sie nun, da man sie nicht erwischen konnte, als Deserteurin hingestellt und lässt es über alle Kanäle laufen. Ein weiter Weg liegt noch vor der Gruppe.

Irgendwie hoffe ich, dass einige der vermeintlich „Toten“ wieder auftauchen wird, aber ich bin mir nur zu sicher das dem niemals so sein wird. Das zeigt jedoch nur, wie sehr mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind, die Autorin hat trotz oder gerade wegen ihres offenen Stiles genau die Stelle in mir angesprochen.

Ich wünsche allen genau so viel Spaß wie mir, wenn sie zu diesem Buch greifen und bin sehr gespannt was ihr davon halten werdet. Eine unglaubliche Reise die noch lange nicht zu Ende ist, zum Glück.

*folgt*

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